Dennis Bühler – Journalist

Recherchen, Reportagen, Portraits, Interviews und Analysen zu Politik, Medien, Gesellschaft und Sport

Posts Tagged ‘Schauplatz

Von einem kleinen Beben lässt sich Familie Ruf nicht stören

leave a comment »

ErdbebenAm Fusse des Bohrturms des St. Galler Geothermie-Projekts liegt der Bauernhof der Familie Ruf. Eine Reportage von einem Ort, der für gewöhnlich nur wegen des Open Airs in die Schlagzeilen gerät.

Erschienen am 23. Juli 2013 in der Südostschweiz und der Nordwestschweiz / Aargauer Zeitung.

Wo Hunderte Zelte standen, wo Heerscharen in Gummistiefeln feierten bis zum Umfallen und sich im Schlamm suhlten, wo Sophie Hunger und Die Ärzte auf Bühnen standen und sich von den Fans feiern liessen, sind die Wiesen braun und tot. Eine Landschaft ohne Gräser zeugt vom viertägigen Wahnsinn. Doch ist der Schlamm längst getrocknet, der das Open Air St. Gallen vor dreieinhalb Wochen genauso prägte wie die gute, laute Musik. Die Vögel zwitschern, die Sitter fliesst zwischen den Bäumen hindurch, die Sonne brennt vom Himmel herab. Eine heile Welt eigentlich, die ihre Ruhe wiedergefunden hat. Wäre da nicht der Bohrturm ennet des Flusses, einige dutzend Meter entfernt nur, der über der grössten Baustelle der Stadt 58 Meter in die Höhe ragt. Eine deutsche und eine Schweizerflagge flattern hoch über der Plattform, auf der in der Nacht auf Samstag Menschenleben auf dem Spiel standen, oder, um es mit Stadtrat Fredy Brunner zu sagen: wo sich ein Super-GAU ereignete.

Weiterlesen (pdf)…

Written by Dennis Bühler

24. Juli 2013 at 12:00

Veröffentlicht in Aargauer Zeitung, Die Südostschweiz

Tagged with ,

Zwischen Klamauk und Spektakel

leave a comment »

Zwischen Klamauk und Spektakel: Red Bull Crashed Ice in Lausanne (Foto: Jörg Mitter für Red Bull).

Ein Augenschein am Red Bull Crashed Ice: eine schrille Show mit tollkühnen Eis-Skatern und viel Kommerz in der Lausanner Altstadt.

Ein Ortstermin, erschienen am 4. März 2013 im Tages-Anzeiger.

Vor einem Holzchalet blasen eine Frau und ein Mann in ländlichen Trachten in ihre Alphörner – zehn Meter weiter vorne schwingt ein Mann bedächtig die Schweizer Flagge. Tradition wird vorgegaukelt, auch wenn der Anlass, der Lausanne gleich  erschüttern wird, laut, schnell und schrill ist. Das Holzchalet, das den Sportlern als Starthäuschen dient, besteht nur aus einer Wand – Hauptsache, die Fassade stimmt, Hauptsache, die Bilder sind spektakulär. Einen Moment später wird der Lautstärkeregler aufgedreht, ein ungeheurer Bass erfasst die Stadt, und der Speaker schreit ein erstes Mal in sein Mikrofon: «Lausanne, es-tu là?»

Weiterlesen (pdf)…

Written by Dennis Bühler

4. März 2013 at 17:06

Veröffentlicht in Tages-Anzeiger

Tagged with , ,

Lammfinken, Felle, Krippenfiguren

leave a comment »

Im Schatten des edelsteinernen Swarovski-Weihnachtsbaumes verkauft Amos Grädel Wollwaren. Seit seiner Geburt schläft er selbst auf Fellen, dereinst könnte er die Schaffarm der Eltern übernehmen.

Ein Schauplatz, geschrieben im Dezember 2011 am maz – Die Schweizer Journalistenschule (unveröffentlicht).

„Wir haben auch einen Onlineshop“, sagt Amos Grädel, Wollverkäufer aus 4953 Huttwil. „Oder, falls Sie am Wochenende mal Zeit haben: Ab zehn Personen bieten wir Betriebsführungen an. Da können Sie live dabei sein, wenn die Schafe geschoren werden.“ Die beiden Frauen, schwarz gekleidet, Brillen mit roten Rändern, – Schwestern wohl –, streichen ein letztes Mal über das golden schimmernde Lammfell, pflanzlich gegerbt, nicht waschbar. „Ja“, sagt die eine zur anderen, „das wäre etwas für unseren Mütterverein. Kann man auf Ihrem Hof auch übernachten?“

Weiterlesen (pdf)…

Written by Dennis Bühler

10. Dezember 2011 at 14:00

Veröffentlicht in unpublizierte Texte

Tagged with ,

48 Kästen Freibier – und keiner geht hin

leave a comment »

Ortstermin: Der Hamburger Bund der Steuerzahler gibt einen aus.

Ein Schauplatz, erschienen am 8. Juli 2011 in der tageszeitung.

Nun steht Schweitzer in der Geschäftsstelle zwischen Alster und Mönckebergstraße und wartet. Doch die Leute wollen nicht kommen. Wenigstens einer ist da, „ein Promi“, wie Schweitzer sagt. Wieland Schinnenburg, Vizepräsident der Bürgerschaft, nippt an einem Alsterwasser. „Der Staatsanteil muss verringert werden“,sagt der Liberale, „und das Renteneintrittsalter deutlich über 67 hinaus erhöht werden.“ Schweitzer nickt.

Um 19 Uhr nimmt Schinnenburg seinen letzten Schluck und verabschiedet sich zu einer Sitzung. Nun ist Schweitzer wieder allein, flankiert nur von seinen drei Mitstreitern der Geschäftsstelle und einem Hund, der sich in eine Ecke verzogen hat und alle Viere von sich streckt. Das Bier wird lauwarm, die Atmosphäre im grellen Licht der Neonröhren nicht gemütlicher.

Weiterlesen (online)…

Weiterlesen (pdf)…

Written by Dennis Bühler

8. Juli 2011 at 12:00

Veröffentlicht in tageszeitung

Tagged with ,