Dennis Bühler – Journalist

Recherchen, Reportagen, Portraits, Interviews und Analysen zu Politik, Medien, Gesellschaft und Sport

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Das Risikokapital

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Belinda Bencic soll ein Tennisstar werden. Das hat Vater Ivan noch vor ihrer Geburt entschieden. Doch ist Erfolg planbar?

Ein Hintergrundartikel, erschienen am 31. Mai 2012 in der ZEIT Schweiz.

Nicht weit von hier hat ihr Vater damals eine Schnur über den Garagenvorplatz gespannt und ihr einige Bälle zugespielt. Das war im Herbst 1999. Belinda Bencic war zwei Jahre alt. Heute, an einem kühlen Morgen, retourniert sie in der Tennishalle von Niederuzwil jeden Ball, den ihr der Sparringspartner serviert. Vorhand, Rückhand, Belinda macht kaum einen Fehler, sie jagt den Gegner von einer Ecke zur anderen. Nach einem besonders gelungenen Schlag huscht ein Lächeln über ihr Gesicht. Die Rentner, die sich die Nebenplätze gemietet haben, unterbrechen ihr Spiel. Sie staunen und tuscheln. Dass Belinda Bencic die Bälle mit so viel Verve übers Netz schlägt, ist die Frucht harter Arbeit – und die Erfüllung eines Masterplans.

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Written by Dennis Bühler

6. Juni 2012 at 12:00

Veröffentlicht in ZEIT Schweiz

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Ein Pirat ohne Beute

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Der neue Präsident der Schweizer Piratenpartei will ähnliche Erfolge feiern wie seine deutschen Kollegen. Geht das?

Eine Analyse, erschienen am 12. April 2012 in der ZEIT Schweiz.

Ort der Handlung ist ein schmuckloses Restaurant gleich neben den Geleisen des Bahnhofs Winterthur. Thomas Bruderer sitzt inmitten seiner dunkel gekleideten Mitstreiter, trinkt Eistee und isst Pizza. Es ist ein kalter, windiger Abend Mitte Oktober 2011, der letzte Piratenstammtisch vor den Schweizer Parlamentswahlen. Noch ist Bruderer nur die kantonale Nummer zwei der Piratenpartei, auf der Nationalratsliste gleich hinter dem Spitzenkandidaten aufgeführt. Und doch hat Bruderer Angst, er könnte gewählt werden. »So war das nie geplant«, sagt er.

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16. April 2012 at 16:00

Veröffentlicht in ZEIT Schweiz

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Ein lebensbedrohliches Arbeitsumfeld

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Muss Nestlé für einen Mord haften, der im Umfeld eines Tochterunternehmens passiert ist? Menschenrechtler wollen einen Musterprozess gegen den Multi führen.

Ein Hintergrundartikel, geschrieben gemeinsam mit Peer Teuwsen und erschienen am 7. März 2012 auf ZEIT online.

Es ist der 11. September 2005, ein Sonntag, als der Gewerkschafter Luciano Enrique Romero Molina am Rande der kolumbianischen Stadt Valledupar sein Leben lassen muss. Paramilitärs hatten ihn entführt, verhört, gefoltert und schließlich mit 50 Messerstichen getötet. Nun, mehr als sechs Jahre später, sollen Nestlé und fünf hohe Funktionäre des Konzerns für das Verbrechen zur Rechenschaft gezogen werden.

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7. März 2012 at 11:00

Veröffentlicht in ZEIT online, ZEIT Schweiz

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«Ein einziger Flop»

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In der Schweiz suchten sie Arbeit und Glück – und scheiterten. Zwei Deutsche erzählen.

Zwei Porträts, erschienen am 1. März 2012 in der ZEIT Schweiz.

Fünf, sechs Schritte braucht der Mann, den wir hier Hartmut Ehlert nennen wollen, um seine Ein-Zimmer-Dachwohnung in Uzwil zu durchqueren, vom beigefarbenen Ecksofa, das nachts als Bett dient, zum Pult, an dem er seit einem Jahr sein Leben niederschreibt: vorbei an den Plastikblumen, den Fotografien seiner beiden Enkeltöchter, dem Foto, das seinen Hund und seine Frau zeigt, mit der er seit 35 Jahren verheiratet ist, die er aber seit 2006 nur alle paar Wochen mal sieht. Seit er sich ins Auto gesetzt und Dresden verlassen hat, um in die Schweiz zu ziehen, in der man ein besseres Leben führt als im Osten Deutschlands. Bei fünf Unternehmen hat er seither gearbeitet, immer wieder war er arbeitslos – die Schweiz hat ihm kein Glück gebracht. Seit sechs Wochen stempelt er wieder.  »Abends«, sagt Ehlert, »kann es komisch werden, so alleine dazusitzen. Da ist man mitunter seelisch am Boden.«

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5. März 2012 at 17:54

Veröffentlicht in ZEIT Schweiz

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Prominente prominenter machen

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Vom Geschäft mit Buchstaben zum Unterhaltungskonzern: Der Ringier Verlag berät Sportler, Models und Moderatoren, über die seine Blätter schreiben. Kritiker sehen die publizistische Freiheit gefährdet – und damit die Glaubwürdigkeit einer ganzen Branche.

Die Analyse eines umstrittenen Geschäftsmodells, geschrieben im November und Dezember 2011 am maz – Die Schweizer Journalistenschule (unveröffentlicht).

In einem grossen, zweiseitigen Interview  bot der SonntagsBlick Fabian Cancellara im April 2011 an prominentester Stelle – gleich in den ersten zwei Fragen – Gelegenheit, um für sein neu erschienenes Buch zu werben. „Journalistisch ist das absolut korrekt“, sagt Ringier-Kommunikationschef Edi Estermann. „Wir berichten regelmässig über Prominente, die ein neues Buch oder eine CD herausbringen. Das hat nichts mit Pool Position zu tun.“

Mirjam Jäger, eine auch bei Sportinteressierten nahezu unbekannte Freeskierin, erhielt im Blick im Dezember 2010 eine grosse Plattform. Titel der ganzseitigen Geschichte mit Bikini-Fotos: „Heisse Mirjam – Jägerin auf Goldpirsch.“ Untertitel: „Ihr Anblick bringt die eisigste Piste zum Schmelzen: Freeski-Schönheit Mirjam Jäger kann unser neues Golden-Girl werden.“ Eine Anmerkung, dass Jäger bei Pool Position und damit Ringier unter Vertrag steht, fehlte. „Korrekte Vorgehensweise“, sagt Estermann. Sollte im Sinne der Transparenz gegenüber den Lesern nicht auf das vertragliche Verhältnis hingewiesen werden? „Wenn es die Redaktion als notwendig erachtet, wird dies gemacht.“

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Written by Dennis Bühler

4. Dezember 2011 at 12:00

Veröffentlicht in unpublizierte Texte

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Trink nicht in Bus und Bahn

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HAMBURG Nun wird hart durchgegriffen: Wer in Bussen und Bahnen säuft, muss fortan mit Ärger und demnächst mit einem Bußgeld rechnen. Aber was soll das Verbot bringen?

Ein Kurzessay, erschienen am 1. September 2011 in der tageszeitung.

Hamburg nimmt den Kampf auf gegen den Alkohol. In öffentlichen Verkehrsmitteln dürfen ab heute keine Getränke mehr konsumiert werden, die dafür sorgen können, dass Leute ausrasten und alle Konventionen vergessen: dass sie in die Ecke urinieren, über Sitzbänke kotzen, Menschen anlallen oder verprügeln. Wer gegen das Alkoholverbot verstößt, wird zunächst nur verwarnt. Ab dem1. Oktober aber muss der Kriminelle mit einer Buße von 40 Euro rechnen. Aber warum eigentlich?

In Berlin ist Alkohol im öffentlichen Nahverkehr erlaubt,weil es zum „Lifestyle“ der Stadt gehöre, wie ein Sprecher des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg sagt. In Hamburg soll das anders sein. Das Alkoholverbot ist der bisher letzte Schritt der Offensive einer Stadt, die sich säubern will: weg mit Bierflaschen, weg mit Kippen, weg mit Pennern und Obdachlosen. Was das Erscheinungsbild stört, wird verfolgt.

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Written by Dennis Bühler

1. September 2011 at 12:00

Veröffentlicht in tageszeitung

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