Dennis Bühler – Journalist

Recherchen, Reportagen, Portraits, Interviews und Analysen zu Politik, Medien, Gesellschaft und Sport

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«Wir setzen unsere Ideen um, wenn wir an der Macht sind»

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Jugendparlament300 Jugendliche aus 36 Ländern debattieren in Zürich über die Zukunft Europas – ein Knochenjob wie bei den Grossen. Probleme lösen will der Nachwuchs, die Welt verändern nicht unbedingt.

Eine Reportage aus einem Konferenzsaal, erschienen am 27. Juli 2013 in der Nordwestschweiz / Aargauer Zeitung und der Südostschweiz.

Dass das Leben als Politiker hart und voll von Ritualen ist, wird den Jugendlichen, falls sie es nicht eh längst wissen, rasch klar: Bevor die Debatte beginnen kann, muss die Generalversammlung des europäischen Jugendparlamentes Reden von Sponsoren und Lobbyisten über sich ergehen lassen. Dann, nach 45 langen Minuten, erheben sich die 300 16- bis 25-jährigen Jugendlichen aus 36 Ländern für die neunte Sinfonie Ludwig van Beethovens, die Europahymne. Mucksmäuschenstill ist es – vielleicht aus Andacht, vielleicht, weil niemand den Beginn der Diskussion noch weiter hinauszögern will. Mit Ausnahme der Parlamentspräsidentin, der 25-jährigen Münchnerin Kerstin Mathias, die erst noch die Regeln erläutern muss, etwa die streng limitierte Redezeit.

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27. Juli 2013 at 15:34

Veröffentlicht in Aargauer Zeitung, Die Südostschweiz

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Der neue Abzocker-Schreck

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Auch er will Reiche das Fürchten lehren: Marco Kistler, Erfinder der 1:12-Initiative.

Ein Porträt, erschienen am 28. Februar 2013 in der ZEIT Schweiz.

Nein, mit seinem grauen Kapuzenpullover passt er nicht hierhin. Marco Kistler sitzt ganz vorne im großen Saal des Hotels Glarnerhof und referiert über Glarner Steuerpolitik, die Decke ist stuckverziert, die Vorhänge sind rot und schwer. Neben ihm auf dem Podium sitzt die Politprominenz des kleinen Kantons. Der anwesende Regierungsrat, der Landratspräsident, der Gemeindepräsident von Glarus Süd, alle tragen sie Anzug, Hemd und Krawatte. Bedeutungsschwer ist auch das Thema der Matinée, zu der die sozialdemokratische Partei des Kantons Glarus am vergangenen Samstagmorgen geladen hat. Gerade mal zwanzig Gäste interessieren sich für die kantonale Steuerpolitik. Marco Kistler kann sich für die Abzocker-Initiative wenig begeistern, auch wenn er sie befürwortet. »Ihre Wirkung kommt einem Placeboeffekt gleich«, sagt der schlaksige 28-Jährige. »Initiant Thomas Minder entstammt demselben Filz, den er jetzt zu bekämpfen vorgibt.« Viel wichtiger ist Marco Kistler die Initiative, die er vor gut fünf Jahren erfand und über die wohl am 22. September diesen Jahres abgestimmt wird: die 1 : 12-Initiative.

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2. März 2013 at 12:00

Veröffentlicht in ZEIT Schweiz

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Vom Niger in den Armeebunker

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Wie Chris Musa Muhammed aus dem Niger in die Schweiz fand, hier statt seinem Glück aber nur einen Armeebunker.

Eine Weihnachtsgeschichte, erschienen im Dezember 2012 auf sczollikon.ch, regional-fussball.ch und kurzpass.ch sowie am 25. Januar 2013 in der Zürichsee-Zeitung.

„Zwischen einem Gefängnis und unserem Bunker gibt es nur einen Unterschied: Wir haben die Möglichkeit rauszugehen, wenn wir dies wollen. Da wir draussen aber nichts zu tun haben, da wir nicht arbeiten dürfen, ist der Unterschied letztendlich gering. Der Name und die Flagge der Schweiz sind in Afrika vielen Menschen bekannt, dort gelten sie als Symbol für Menschlichkeit. Ich aber habe in der Schweiz, abgesehen von den Erlebnissen in meinem Fussballverein, nur selten christliche Nächstenliebe erlebt.“

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25. Januar 2013 at 12:00

Veröffentlicht in sonstige Publikationen

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Ein Pirat ohne Beute

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Der neue Präsident der Schweizer Piratenpartei will ähnliche Erfolge feiern wie seine deutschen Kollegen. Geht das?

Eine Analyse, erschienen am 12. April 2012 in der ZEIT Schweiz.

Ort der Handlung ist ein schmuckloses Restaurant gleich neben den Geleisen des Bahnhofs Winterthur. Thomas Bruderer sitzt inmitten seiner dunkel gekleideten Mitstreiter, trinkt Eistee und isst Pizza. Es ist ein kalter, windiger Abend Mitte Oktober 2011, der letzte Piratenstammtisch vor den Schweizer Parlamentswahlen. Noch ist Bruderer nur die kantonale Nummer zwei der Piratenpartei, auf der Nationalratsliste gleich hinter dem Spitzenkandidaten aufgeführt. Und doch hat Bruderer Angst, er könnte gewählt werden. »So war das nie geplant«, sagt er.

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Written by Dennis Bühler

16. April 2012 at 16:00

Veröffentlicht in ZEIT Schweiz

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Weiss statt Schwarz

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Das Ende des Bankgeheimnisses ist nah: Im Steuerstreit bleibt der Schweiz nur der geordnete Rückzug – wie 1515 bei Marignano.

Ein Kommentar, erschienen am 7. März 2012 auf der Facebook-Präsenz der ZEIT Schweiz.

Manch Übereifriger hat den Streit zwischen der Schweiz und den USA in den vergangenen Wochen zum Steuerkrieg hochstilisiert. Solche Begrifflichkeiten sind mit Sicherheit übertrieben, sitzt man doch auch in Zukunft am Verhandlungstisch und nicht im Schützengraben. Dennoch: Wagen wir den Gedankengang und überlegen uns, welche Optionen der Schweiz in dieser „Schlacht“ bleiben.
Vor 497 Jahren sahen sich die Eidgenossen in der Schlacht von Marignano einem Feind gegenüber, der zahlenmäßig überlegen war, der aber auch wusste, dass die Schweiz wenig in der Hinterhand hielt. Gleich verhält es sich in der gegenwärtigen Steuerdebatte: Die Niederlage der Schweizer, geschwächt nicht nur durch erzwungene Zugeständnisse in der jüngeren Vergangenheit, sondern auch ungeeint im öffentlichen Auftritt, ist absehbar.

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7. März 2012 at 12:10

Veröffentlicht in ZEIT Schweiz

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Ein lebensbedrohliches Arbeitsumfeld

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Muss Nestlé für einen Mord haften, der im Umfeld eines Tochterunternehmens passiert ist? Menschenrechtler wollen einen Musterprozess gegen den Multi führen.

Ein Hintergrundartikel, geschrieben gemeinsam mit Peer Teuwsen und erschienen am 7. März 2012 auf ZEIT online.

Es ist der 11. September 2005, ein Sonntag, als der Gewerkschafter Luciano Enrique Romero Molina am Rande der kolumbianischen Stadt Valledupar sein Leben lassen muss. Paramilitärs hatten ihn entführt, verhört, gefoltert und schließlich mit 50 Messerstichen getötet. Nun, mehr als sechs Jahre später, sollen Nestlé und fünf hohe Funktionäre des Konzerns für das Verbrechen zur Rechenschaft gezogen werden.

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Written by Dennis Bühler

7. März 2012 at 11:00

Veröffentlicht in ZEIT online, ZEIT Schweiz

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