Dennis Bühler – Journalist

Reportagen, Portraits, Interviews und Analysen aus Politik, Medien, Gesellschaft und Sport

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Auf der Höhe des Triumphs verliert er sein Lebenswerk

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HoenessEr war erfolgreich wie kein Zweiter, er galt als unfehlbar und als moralische Instanz: Heute dürfte Uli Hoeness, der Präsident des FC Bayern, wegen Steuerhinterziehung zu einer Haftstrafe verurteilt werden. Sein Absturz ist kolossal.

Die Analyse eines Absturzes, erschienen am 13. März 2014 in der Südostschweiz.

Es gibt einige Fussball manager, die zwar Erfolg, nicht aber die beste Reputation haben. Es gibt umstrittene Personen wie den Walliser Christian Constantin, Präsident des FC Sion, oder den Zürcher Erich Vogel, ehemaliger Manager der Zürcher Grasshoppers und des FC Basel. Es gibt aber auch Uli Hoeness, der jahrzehntelang als unfehlbar galt.

Zum einen, weil er so erfolgreich war wie kein anderer. Zum anderen, und das ist im Lichte seines gewaltigen Absturzes fast noch wichtiger, war Hoeness nicht bloss Manager, sondern immer auch Mensch. Ein Mensch, der seine Spieler nicht fallen liess, wenn sie persönliche Probleme hatten oder mit dem Gesetz in Konflikt gerieten, und sie stattdessen gegen alle Unbill der feindlichen Welt verteidigte. Ein Mensch, der mehrere Millionen Euro für gute Zwecke spendete und den maroden Kultverein FC St. Pauli vor dem Konkurs rettete, indem er seine Mannschaft zu einem Benefizspiel antreten liess. Ein Mensch, der sich als moralische Instanz inszenierte und auch öffentlich stets dezidiert Position bezog, auch wenn er sich damit vorübergehend unbeliebt machte.

Es ging immer bergauf mit Uli Hoeness; nun verliert er auf der Höhe des Triumphs, in einem Moment, in dem die Bayern besser spielen als je zuvor, sein Lebenswerk.

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Written by Dennis Bühler

13. März 2014 at 14:59

Veröffentlicht in Die Südostschweiz

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Zwischen Klamauk und Spektakel

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Zwischen Klamauk und Spektakel: Red Bull Crashed Ice in Lausanne (Foto: Jörg Mitter für Red Bull).

Ein Augenschein am Red Bull Crashed Ice: eine schrille Show mit tollkühnen Eis-Skatern und viel Kommerz in der Lausanner Altstadt.

Ein Ortstermin, erschienen am 4. März 2013 im Tages-Anzeiger.

Vor einem Holzchalet blasen eine Frau und ein Mann in ländlichen Trachten in ihre Alphörner – zehn Meter weiter vorne schwingt ein Mann bedächtig die Schweizer Flagge. Tradition wird vorgegaukelt, auch wenn der Anlass, der Lausanne gleich  erschüttern wird, laut, schnell und schrill ist. Das Holzchalet, das den Sportlern als Starthäuschen dient, besteht nur aus einer Wand – Hauptsache, die Fassade stimmt, Hauptsache, die Bilder sind spektakulär. Einen Moment später wird der Lautstärkeregler aufgedreht, ein ungeheurer Bass erfasst die Stadt, und der Speaker schreit ein erstes Mal in sein Mikrofon: «Lausanne, es-tu là?»

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Written by Dennis Bühler

4. März 2013 at 17:06

Veröffentlicht in Tages-Anzeiger

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Vom Niger in den Armeebunker

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Wie Chris Musa Muhammed aus dem Niger in die Schweiz fand, hier statt seinem Glück aber nur einen Armeebunker.

Eine Weihnachtsgeschichte, erschienen im Dezember 2012 auf sczollikon.ch, regional-fussball.ch und kurzpass.ch sowie am 25. Januar 2013 in der Zürichsee-Zeitung.

„Zwischen einem Gefängnis und unserem Bunker gibt es nur einen Unterschied: Wir haben die Möglichkeit rauszugehen, wenn wir dies wollen. Da wir draussen aber nichts zu tun haben, da wir nicht arbeiten dürfen, ist der Unterschied letztendlich gering. Der Name und die Flagge der Schweiz sind in Afrika vielen Menschen bekannt, dort gelten sie als Symbol für Menschlichkeit. Ich aber habe in der Schweiz, abgesehen von den Erlebnissen in meinem Fussballverein, nur selten christliche Nächstenliebe erlebt.“

Weiterlesen (online)…     … Teil 1     … Teil 2     … Teil 3

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Written by Dennis Bühler

25. Januar 2013 at 12:00

Veröffentlicht in sonstige Publikationen

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Das Risikokapital

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Belinda Bencic soll ein Tennisstar werden. Das hat Vater Ivan noch vor ihrer Geburt entschieden. Doch ist Erfolg planbar?

Ein Hintergrundartikel, erschienen am 31. Mai 2012 in der ZEIT Schweiz.

Nicht weit von hier hat ihr Vater damals eine Schnur über den Garagenvorplatz gespannt und ihr einige Bälle zugespielt. Das war im Herbst 1999. Belinda Bencic war zwei Jahre alt. Heute, an einem kühlen Morgen, retourniert sie in der Tennishalle von Niederuzwil jeden Ball, den ihr der Sparringspartner serviert. Vorhand, Rückhand, Belinda macht kaum einen Fehler, sie jagt den Gegner von einer Ecke zur anderen. Nach einem besonders gelungenen Schlag huscht ein Lächeln über ihr Gesicht. Die Rentner, die sich die Nebenplätze gemietet haben, unterbrechen ihr Spiel. Sie staunen und tuscheln. Dass Belinda Bencic die Bälle mit so viel Verve übers Netz schlägt, ist die Frucht harter Arbeit – und die Erfüllung eines Masterplans.

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Written by Dennis Bühler

6. Juni 2012 at 12:00

Veröffentlicht in ZEIT Schweiz

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Schweiss und Schläge

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Ein fehlender Mundschutz, ein ungerechter Ringrichter, eine Niederlage gegen den grössten Rivalen: Der Zürcher Shemsi Aslani gewinnt an der Karate-Schweizer-Meisterschaft nur die Bronzemedaille.

Eine Reportage, erschienen am 22. November 2011 im Tages-Anzeiger.

Auf der Tribüne brüllt der Vater und buhen die Teamkollegen, in der Ringecke tobt der Trainer. Shemsi Aslani aber bleibt ruhig. Sechs Sekunden müssen genügen, um den Rückstand aufzuholen. Die Hände ballt er zu Fäusten, mit wachsamen Augen umtänzelt er seinen Gegner. Plötzlich ein Vorpreschen, blitzschnell, lautes Angriffsgebrüll. Aslani wirft sich in seinen Gegner, der ausgestreckte Arm kracht in die Flanke. Dumpf klingt der Aufprall. Frenetisch ist der Jubel.

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22. November 2011 at 12:00

Veröffentlicht in Tages-Anzeiger

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Ein Leisetreter mit grossen Plänen

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BERLIN Nach dem Aufstieg mit Hertha Berlin in die 1. Bundesliga soll es nun der EM-Titel mit der U-21 sein: So will der Luzerner Fabian Lustenberger die Saison krönen.

Ein Porträt aus Berlin, erschienen am 10. Juni 2011 in der Neuen Luzerner Zeitung.

Fabian Lustenberger ist kein Blender, keiner, der grosse Töne spuckt. Lieber lässt er Leistung sprechen. Er ist zufrieden, wenn andere im Scheinwerferlicht stehen, andere die Zeitungsspalten füllen und er seine Ruhe hat. Deshalb erstaunt es umso mehr, wenn einer wie Lustenberger sagt: «Ich will mit der U-21 in Dänemark Europameister werden. Wer sich keine hohen Ziele  setzt, kann auch zu Hause bleiben.»
Rückblende. Berlin, ein Abend Mitte Mai, strömender Regen. Fabian Lustenberger lädt zum Gespräch in eine schmucklose Pizzeria in Stadionnähe, an einen Ort, an dem der noble Stadtteil Charlottenburg wenig glamourös ist. Am Nachmittag hat er per SMS gefragt, ob seine Freundin zum Interview mitkommen dürfe, nun bestellt Fabian Apfelschorle und Lasagne, Monique Pfefferminztee und Thonsalat. Im August wird der 23-jährige Innerschweizer erstmals Vater, in einem Alter, in dem andere Fussballprofis noch um die Häuser ziehen, das schnell verdiente Geld und den neuen Ruhm zur Schau stellen. Die anstehenden Ferientage vor dem Zusammenzug der U-21 wolle er zu Hause bei den Eltern in Nebikon verbringen, erzählt er, bei Mutter Monica und Vater Hans. Fast treibt ihn schlechtes Gewissen um, wenn er vom bevorstehenden Kurzurlaub ohne Anhang auf Mallorca erzählt, der für die Spieler von Hertha BSC Belohnung für die Leistungen der abgelaufenen Saison sein soll. Mit den Mitspielern und Trainer Markus Babbel Sangria und Weissbier feiernd am Ballermann – es fällt schwer, sich Lustenberger so ausgelassen vorzustellen. «Wichtig ist, fit für die U-21-EM zu bleiben», sagt er.

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Written by Dennis Bühler

10. Juni 2011 at 12:00

Veröffentlicht in Neue Luzerner Zeitung

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